
«Glück hat beim Wein viele Gesichter. Wir finden es in enthusiastischen Winzerinnen und Winzern, geheimnisvollen Traditionen, naturnahem Anbau und Spitzenqualität. Und manchmal zeigt es sich in einem Augenzwinkern – wie bei Peter Skoglund oder Casa Rojo. Denn Wein darf auch heiter und entspannt sein. Schliesslich entfaltet er seine Magie vor allem dort, wo die Atmosphäre gelöst ist. In diesem Sinne: Viel Spass beim Entdecken neuer Weine!»


Der Schwede, der sich mit 55 Jahren in den Ruhestand verabschiedete, hält es nämlich nicht lange im Stillstand aus. Nach einem halben Jahr Rentnerdasein wurde dem ehemaligen Unternehmensberater langweilig – und so kam es, dass er heute ein Wein-gut führt. Alles begann damit, dass seine Frau und er eine Ferienwohnung in Barcelona kauften, weil sie die Stadt und ihre Kultur lieben. «Ich wusste damals kaum mehr über Wein, als dass es Roten und Weissen gibt», gesteht Peter schmunzelnd.
Auf ihren Wanderungen im katalanischen Umland entdeckten sie zuerst die Weine aus dem Priorat und später aus dem benachbarten Montsant. Dort stolperten sie schliesslich über einen Rebberg, der zum Verkauf stand…
Da schoss Peter – wie er sagt – das Blut in den Kopf. Und er sagte zu seiner Frau: «Ann, ich muss das einfach tun!» Gesagt, getan: Die frischgebackenen Rentner verkauften ihr Haus in Schweden und stürzten sich ins Abenteuer. «Ich bin eben ein unheilbarer Enthusiast!», sagt Peter. Bell Cros ist für ihn kein Geschäft, sondern ein reines «Passion Project»: klein, nachhaltig, sorgfältig. Die Weine sind bio-zertifiziert, vegan und bewusst auf ein überschaubares Volumen begrenzt. Oder, wie er es lieber nennt: «Bottled Happiness.» Wer ein Glas Figaflor probiert, versteht sofort, was er damit meint.
Wenn Peter Skoglund etwas lernen will, dann richtig. Also zog er mit einem katalanischen Freund los und besuchte 50 Weingüter. Jeden Tag probierte er rund zehn Weine. «Wir Schweden verschwenden keinen Tropfen!», grinst er. Das Resultat: viele Kopfschmerzen – und viele neue Freunde. Danach schrieb er sich für einen Weinkurs ein. Eigentlich wollte er nur das Basismodul machen, doch es zog ihm den Ärmel rein – heute ist er diplomierter Sommelier. Doch Wissen allein macht noch keinen Wein. Entscheidend war das Team. Über seine neuen Kontakte traf er den renommierten Önologen Joan Asens. Beim dritten Überzeugungsversuch sagte Joan zu. Weil er als Kind in genau diesen Weinbergen spielte – und weil er überzeugt war, dass ein Schwede auf Nachhaltigkeit setzen würde.
Peter führt das Weingut wie früher seine Firmen: «Ich treffe keine Entscheidung allein.» Wie das funktioniert, zeigt die Geschichte mit der Presse: Drei Monate stritten Joan und Peter darüber, ob eine Holzpresse oder Ballonpresse besser sei. Katalanische Verwurzelung gegen schwedische Offenheit… Am Ende entschieden sie gemeinsam – und heute schwärmt Joan selbst von der neuen Technik. Peter führt das Weingut mit einer Mischung aus Ernsthaftigkeit und Humor. Als junger Manager wurde er wegen seiner witzigen Art oft nicht ernst genommen. Später, als Führungskraft mit 1000 Angestellten, hiess es plötzlich: «Was für ein toller Manager, der lacht so viel.» Für Peter war das nie ein Widerspruch: Man kann konzentriert und zuverlässig sein – und gleichzeitig Spass haben. Gerade in der Weinwelt darf sich diese Haltung noch mehr durchsetzen: Bierernst heisst nicht besser – und Bell Cros beweist das mit seinen «Bottled Happiness»-Weinen aufs Schönste.


Österreichs Weinwelt ist jung, dynamisch und überraschend. Wer bei dieser Aussage die Stirn runzelt, sollte unbedingt auf Tuchfühlung gehen mit Winzerinnen und Winzern wie Hannes Reeh, Christoph Edelbauer – oder Michaela Riedmüller. Sie stehen für eine neue Generation, die mit klarer Vision und nachhaltigem Anspruch das Land prägt. Nach dem Weinskandal der 1980er-Jahre, der Österreichs Image einst erschütterte, haben motivierte Jungwinzerinnen und -winzer das Ruder übernommen – und Österreich zum Musterschüler in Sachen Ökologie und Qualität gemacht.
Michaela Riedmüller wuchs auf dem Weingut ihrer Eltern in Carnuntum auf. Als abenteuerlustiges Kind liebte sie es, durch das umliegende Naturschutz-gebiet zu streifen – und über die Wein-gärten des Braunsbergs zu klettern. Ganz oben, 400 Meter über der Donau, reicht der Blick bis nach Bratislava. Dort, wo seltene Trockenrasenblumen wie die zarte Federnelke wachsen, entwickelte sie früh ihre Liebe zur Natur– und zum Weinbau. «Es gab nie einen Plan B», sagt sie. Heute ist sie 34 Jahre alt, hat Abschlüsse in Önologie und Weinwirtschaft – und führt seit 2015 den Familienbetrieb mit sieben Hektar Rebfläche. Ihr Ziel: Den Braunsberg auf die Landkarte der Weinwelt bringen. Mit Ausdauer, Feingefühl – und jener stillen Entschlossenheit, die grosse Dinge wachsen lässt.




Mitten in der Stadt Manduria gibt es eine Quelle in einer unterirdischen Höhle, die man über eine in den Stein gehauene Treppe erreicht. Dieser Brunnen wurde vom Gründervolk der Stadt erbaut und stellte die Menschen seit der Antike vor ein Rätsel: Wenn daraus Wasser geschöpft wird, füllt sich das Becken sofort wieder auf – überläuft aber nie. Selbstredend, dass über diesen magischen Ort zahlreiche Legenden erzählt werden. Wer daraus trinke, so heisst es beispielsweise, soll für immer mit dem Ort verbunden bleiben. Manche sagen, es sei nur ein alter Aberglaube. Andere sagen, sie hätten es gespürt – dieses leise Ziehen im Herzen, wenn man Manduria verlässt. Als würde etwas zurückbleiben.
Hier, wo einst Königinnen ihre Spiegelbilder im Wasser suchten, wo Liebende einander ewige Treue schworen und Fruchtbarkeitsriten im Mondlicht vollzogen wurden, entspringt mehr als nur Wasser. Manduria schenkt Geschichten – und Wein. Die Miraculum-Weine sind eine Liebeserklärung an dieses vergessene Zauberland. Zwei Primitivo di Manduria, einer archaisch wie die unterirdische Quelle, der andere weich wie Schatten auf warmem Kalkstein. Der Geschmack? Voll und weit, als würde man in ein Geheimnis eintauchen, das sich langsam öffnet. Die Miraculum-Weine sprechen mit der Stimme der Erde – und ihr Echo antwortet aus der Stille vergangener Zeiten. Manche Wunder lassen sich nicht erklären. Aber trinken.


Er trägt Schwarz, riecht nach Leder, dunkler Schokolade und einem Hauch Gefahr… Die neue Black Edition des kultigen Macho Man ist erstmals in der Schweiz erhältlich! Und er flirtet. Mit deinem Weinglas. Mit deinem Grill. Mit deinem Kaminfeuer. Wer hinter dem Muskelpaket steckt: José Luis Gómez, Önologe und Co-Gründer von Casa Rojo – laut einem japanischen Freund ein echter «Macho Man». Als dann der Designer Eduardo del Fraile eines Abends in einer Bar spontan eine Karikatur von ihm auf eine Serviette zeichnete, war klar: Das wird das Etikett des Weins – und damit war eine Legende geboren.
Gemeinsam mit seiner Partnerin Laura Muñoz steht Gómez für «kreative Önologie»: Weine mit Charakter, witzigen Namen und Etiketten, die Geschichten erzählen. Der Macho Man Black Edition ist ein Kraftprotz mit besten Manieren: breite Schultern, offenes Hemd, weiches Herz. Die Trauben stammen von bis zu 80-jährigen Reben, gewachsen unter der Sonne Südspaniens auf pickelharter Erde – «macho suelo» nennen sie diese Böden. Das sorgt für Reife und Intensität – und diesen gefährlich dunklen Blick im Glas. Das Geheimnis des Macho Man Black Edition? Muskeln vom Monastrell, Hirn vom Syrah und vom Petit Verdot. Kurz: Der Typ sieht nicht nur gut aus – der kann auch was im Glas.



Unweit von Siena, in der sanft geschwungenen Hügellandschaft des Chianti Classico, liegt das Weingut der Familie Bindi Sergardi – ein Ort, an dem Geschichte, Tradition und Weinbau eine seltene Symbiose eingehen. Die Ursprünge der Familie reichen bis ins Jahr 1349 zurück: Patrizierinnen, Diplomaten, Bischöfe und Bäuerinnen, die seit 23 Generationen mit der toskanischen Erde verbunden sind. Einer der eindrucksvollsten Namen dieser Linie: Achille Sergardi, Maestro der Salzbehörde Ende des 15. Jahrhunderts. Der Legende nach verhinderte er durch Diplomatie einen Krieg zwischen Siena und Florenz – auch wenn die Geschichtsbücher schweigen, lebt sein Geist in einem Wein weiter:
Ein harmonischer Blend aus Sangiovese und Merlot trägt seinen Namen. Oder Calidonia Sergardi: Ihre Heirat mit Girolamo Bindi vereinte zwei einflussreiche Linien – ein Bund, der in der noblen Chianti Classico Riserva fortlebt.
In der jüngeren Geschichte führte Chiara Bindi Sergardi das Gut durch die Wirren des Zweiten Weltkriegs – als Waise und Kriegswitwe, mit Mut und Entschlossenheit. Heute tragen Alessandra und Maddalena das Erbe weiter – mit tiefem Respekt für die Geschichte, Natur und Region. Diese Haltung schmeckt man in jedem Glas: Bindi Sergardi macht keine Trend-Weine, sondern charakterstarke Gewächse mit Herkunft, Würde und Stil.

