Tinedo-Weine tanzen aus der Reihe. Sie kommen von einem kleinen, nachhaltigen Familienweingut aus einer Region, die von industriellen Grossbetrieben dominiert wird. Vor allem aber fallen sie auf den ersten Blick auf. Hätten die Zürcher Dadaisten Weinetiketten kreiert, sie wären wohl recht ähnlich ausgefallen. Doch Winzer Manuel Alvarez-Arenas, der ein Bewunderer zeitgenössischer Kunst ist, gibt sich bescheiden: «Wir sehen unsere Etiketten nicht als Kunst. Wir finden einfach, dass die Etikette auf der Höhe des Weines sein und diesen gut repräsentieren muss.» Ein avantgardistischer Wein also? «Wir machen moderne Weine, die primär die Aromen der Trauben zum Ausdruck bringen wollen und daher sehr darauf achten, nicht zu viel Holz zu verwenden.» Dem studierten Biologen, der jahrelang als Berater für Nachhaltigkeit tätig war, ist es zudem wichtig, eine Vorreiterrolle einzunehmen was die ökologische Verantwortung betrifft. Sein Ziel ist die Klimaneutralität der Finca. Doch zurück zu den ausgefallenen Etiketten: Die Bilder für die Collage hat der Winzer selbst beigesteuert. Er fotografiert schon seit vielen Jahren und hat auch schon in Fotozeitschriften publiziert. Anfangs fanden viele, solche Etiketten zu gestalten sei keine gute Idee. Er würde damit sein Geschäft ruinieren. Doch Manuel ist eben ein Nachkomme von Max, will heissen: Er macht die Dinge, wie er sie für richtig hält – egal, wie verrückt sie anderen erscheinen. Auf die Parallelen zu Don Quijote angesprochen, meint Manuel: «Wenn wir zu normal denken, schränken wir unsere Möglichkeiten ein. Don Quijote war verrückt, dadurch aber frei von jeglichen sozialen Normen.» Ob der Ritter die übliche spanische Etikette mit Wappen bevorzugt hätte? Wir jedenfalls zählen uns gern zu den Verrückten!




