Azoren? Ist das nicht etwas mit Wetter? Tatsächlich kennen die meisten Leute den Namen im Zusammenhang mit dem Hochdruckgebiet. Einige wissen, dass es eine zu Portugal gehörende Inselgruppe mitten im Atlantik ist, doch fast niemand kennt die Azoren als Weingebiet. Das möchte António Maçanita ändern. Er ist ein vinophiles Naturtalent: Mit gerade mal 39 Jahren wurde er in Portugal zum «Winemaker of the Year» gewählt. Dabei begann eigentlich alles mit einem Missgeschick… Mit 20 hatte António nur eines im Kopf: Surfen. Die Uni spielte in seinem Leben die zweite Geige. Er wollte Meeresbiologie studieren, bekam aber ein Durcheinander mit den Kursnummern und landete versehentlich bei den Agrarwissenschaften. Ein Schubser des Schicksals? Jedenfalls zog es ihm den Ärmel rein – und so reitet der Surfer heute auf der Erfolgswelle seiner Weine. Besonders im Wiederaufbau alter Weinlandschaften hat António seine persönliche Challenge gefunden. So verschlug es ihn schliesslich auf die Azoren, in die Heimat seines Vaters. Früher eine renommierte Region, die sogar den Zarenhof belieferte, aber die Reblaus brachte den Weinbau fast zum Erliegen. Dabei sind die Weinberge auf der Vulkaninsel Pico absolut beeindruckend: Damit überhaupt Reben gepflanzt werden konnten, mussten die Bewohner der Insel zuerst die Lavaschicht aufbrechen. Aus den Lavabrocken wurden Mauern aufgeschichtet. Diese Jahrhunderte alten «Currais» schützen die Reben seither vor dem Wind des Atlantiks. «Unsere Weine sind einzigartig, pur, frisch, herausfordernd und mit einer Prise Salz… genau wie das Leben!», sagt António mit einem Nachdruck, der unser Stimmungsbarometer steigen lässt. Sein «Branco Vulcanico» ist unser Azoren-Hoch!



