Deutlich sichtbare Einschlagkrater von Meteoriten sind auf der Erde extrem selten. Die Spuren verschwinden näm lich im Lauf der Zeit durch Erosion. Der Krater auf dem Grundstück der Domaine du Météore im südfranzösischen Cabrerolles geriet in Vergessenheit, nachdem ein renommierter Wissenschaftler 1964 die Idee verwarf, dass die runde Senke von etwa 220 Metern Durchmesser und 50 Metern Tiefe von einem Himmelskörper stammen könnte. Nur durch einen glückli chen Zufall wurde der Krater im Jahr 2023 erneut wissenschaftlich unter sucht: Nachdem der Geologe und Kosmochemiker Prof. Dr. Frank Brenker von der Goethe-Universität Frankfurt während seines Urlaubs auf eine Fla sche von Domaine du Météore stiess und neugierig wurde. Er kehrte mit einem Forschungsteam zurück und konnte durch Gesteins- und Bodenanalysen bestätigen, dass der Krater tatsächlich durch den Einschlag eines Eisen-Nickel-Meteoriten entstanden ist. Er entdeckte unter anderem zahlreiche Mikrodiamanten, die durch den hohen Druck beim Meteoriteneinschlag entstanden sein müssen.
Was bedeutet dieser spezielle Boden für den Wein? Simon Frech erklärt: «Die Reben nehmen die Mineralien aus dem Boden auf. Also auch jene vom Meteoriten. Ich kann nicht genau sagen, wie und ob sich dies im Geschmack oder Stil zeigt. Aber es ist ein Fakt, dass es im Wein ausserirdische Moleküle hat. Das gibt uns auf jeden Fall die Möglichkeit, mit dem Weltraum verbunden zu sein, wenn wir diese Weine trinken.» In geschmacklicher Hinsicht ist uns vor allem die vielschichtige, filigrane Aromatik aufgefallen: Wie ein Blick in den klaren Sternenhimmel, wo viele kleine Lichter zu einem überwältigen den Ganzen verschmelzen, an dem man sich nie sattsehen kann.
















