Das Château Grand-Puy Ducasse thront am Quai von Pauillac, auf halber Höhe zwischen dem Atlantik und Bordeaux, direkt an der Gironde. Als Anne de Naour 2005 erstmals durch die Pforten tritt, tanzt die ein oder andere Staubflocke in den Ecken des altehrwürdigen Hauses. Gegenüber den noblen Nachbarn Mouton-Rothschild und Lafite-Rothschild hatte das 1675 gegründete Haus einiges an Glanz eingebüsst.
Doch ab da weht ein anderer Wind: Orchestriert von der Pariser Erfolgsönologin, heckt die ambitionierte neue Führung einen Plan aus, um den Status der in der 1855 abgefassten Bordeaux-Klassifizierung verzeichneten Domaine zu zementieren. Herzstück dieser sogenannten «Renaissance»: die neue Kellerei. Und während der Umbau modernste Technologien in das historische Château bringt, wird das Alte geehrt und mit in die neue Zukunft genommen. Statt die beim Bau angetroffenen Nistschwalben zum Teufel zu jagen, werden die gefiederten Untermieter im Sinne der Biodiversität auf dem Gelände umgesiedelt. Schrittweise stellt Grand-Puy Ducasse bis 2025 auf reinen Bio-Betrieb um, pünktlich zur 350-Jahr-Feier des Médoc-Mythos. Bald übrigens stehen die Gemächer des Schlosses auch Gästen offen – während die Crus draussen in der weiten Weinwelt die gestärkte Reputation der Ducasse-Dynastie verbreiten. Beseelt vom Timbre dieser prestigeträchtigen Erde.
Auszeichnungen
Prélude à Grand-Puy Ducasse Pauillac AOC 2018: Decanter 91/100 // Château Grand-Puy Ducasse 5ème Cru Classé Pauillac 2018: James Suckling 94/100, Robert Parker 93/100, WineSpectator 93/100, Jancis Robinson 16.5/20













