Es ist still, nur die Vögel zwitschern. Ein verwunschener Wald umgibt das kleine Schlösschen, das mitten auf einem Hügel thront. Davor ein märchenhafter Garten und Reben, unendliche Reihen von Reben… denn wir befinden uns nicht etwa in einem Märchen der Gebrüder Grimm, sondern im Herzen des Bordelais. Und hier regiert auch keine böse Stiefmutter, sondern einzig und allein der Wein. Lange war es still um das wunderschöne Anwesen. Doch 2014 kam mit dem StarÖnologen Michel Rolland der passende «Prinz», um das Château aus dem Dornröschenschlaf zu holen. Wachgeküsst mit einem Wein, dessen unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis aufhorchen lässt. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Es kommt sogar noch besser: Dem Top-Önologen ist es nämlich nicht entgangen, dass die Böden hier in der Gemeinde Saint-Quentin de Caplong eine ähnliche Beschaffenheit haben wie im berühmten, nur 30 Kilometer entfernten Saint-Émilion. Also das perfekte Terroir für Merlot, weshalb rund 50 Hektaren Reben neu gepflanzt wurden. Zudem hat der Betrieb 2017 auf bio umgestellt. Wir sind ehrlich gesagt äusserst verblüfft über das Verhältnis von Qualität, Prestige, Nachhaltigkeit und Preis. Aber das Château, das einst dem obersten Gärtner von Sonnenkönig Louis XIV gehörte, umgab schon immer etwas Rätselhaftes. Beispielsweise eine Kellertür mit einem unterirdischen Tunnel, der zur Kirche des Ortes führt. Stoff für Märchen, nicht wahr?



