Die Abruzzen sind eine aufstrebende Weinbauregion im Apennin, die touristisch noch kaum erschlossen und von grandioser Naturschönheit ist: bergig, bewaldet, wild, wenig besiedelt. Die Quereinsteiger Adriana Galasso, ehemals als Kauffrau tätig, und Fausto Albanesi, in seinem früheren Beruf Informatiker, führen mit Leidenschaft und grosser Kompetenz ein kleines, geerbtes Weingut in der Nähe von Loreto Aprutino mitten in den Hügeln der Abruzzen. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen der Respekt vor der Natur und die Nachhaltigkeit des Rebbaus in den grossen Produktionsgebieten Mittel- und Süditaliens, wo der Wein noch nach Alkoholgraden bewertet und gehandelt wird – keine Selbstverständlichkeit. So sind die Weine schon seit den Anfängen von Adriana und Fausto, also seit 1999, biozertifiziert. Die meisten Anlagen jedoch stammen aus dem Jahr 1972 und wurden von Adrianas Vater bepflanzt. Der Montepulciano d’Abruzzo Cocciapazza ist der typischste unter den drei Rotweinen der Azienda und stammt aus dem Rebberg Cocciapazza. Die Ernte erfolgt gestaffelt, meistens in drei Durchgängen, bei denen jeweils die Trauben im richtigen Reifestadium gelesen werden - ein aufwendiges Procedere, das aber dem besonderen Mikroklima und der Traubensorte gerecht wird und eben zum Unterschied im Vergleich mit dem allzu bekannten Montepulciano beiträgt. Schon in seiner Farbe verrät der Cocciapazza sein Volumen, was sich im Bouquet durch eine eindrückliche Intensität bestätigt. Erst recht am Gaumen wirkt er opulent und spannend zugleich. Die Gerbstoffe sind weich und zeugen von perfekter Reife des Traubenguts. Alles zusammen ein imposanter Wein, mit langem, schmeichlerischem Abgang.