Für Oliver Lemstra Bake ist klar, wie ein ausgezeichneter Chardonnay zu schmecken hat. Da gibt’s nichts zu diskutieren. Anders sieht es aus, wenn es um die starren Gewohnheiten rund um unsere Trinkkultur geht. Hier lotet er gerne die Grenzen aus. Auf Instagram kann man sehen, wie der Winzer Wein mit dem Röhrli trinkt oder ins Müsli kippt. Natürlich ist dies nur ein Spass, doch die Botschaft dahinter ist ernstgemeint: «Ich finde, die Weinkultur ist zu sehr in ihren Gewohnheiten festgefahren. Ich möchte sie aufrütteln!»
Oliver steht für eine neue Generation von Weintrinkerinnen und Weintrinkern. Smartphones und Social Media verändern langsam aber sicher auch die Weinwelt und unsere Trinkgewohnheiten: So wollen immer mehr Leute wissen, wer hinter einem Wein steckt. Die Persönlichkeit und Philosophie einer Winzerin oder eines Winzers sind dabei wichtiger als traditionelle Markenzeichen wie Lage, Gründungsjahr und Auszeichnungen.
So dürfte die Weinkultur auch weniger elitär werden: «Ein Weinsnob verpasst das Beste!», findet Oliver und plädiert dafür, sich mehr auf das zu konzentrieren, was im Glas ist und weniger auf das, was auf dem Etikett steht. «Wein ist schliesslich zum Trinken da!», sagt der junge Winzer und will vor allem auch Neulinge ermutigen, sich auf ihre Neugier zu verlassen und einfach das zu trinken, was ihnen Spass macht: «Wir sind alle verschieden und es gibt für jeden etwas.»
Entsprechend hält der Freigeist auch nicht viel von Kritikerbewertungen oder Labels: «Wir brauchen niemandes Stempel, um zu wissen, dass wir es gut machen.» Trotzdem sei hier angefügt, dass wir seinem blumig-fruchtigen Chardonnay sehr gute Noten geben würden.





















